Es gibt keine Garantie für irgendwas im Leben...

 

Meinen ersten Blogpost könnte ich natürlich mit einer positiveren Überschrift betiteln. Doch sie kommt nicht von irgendwo her.

Was hat mich zum Schreiben bewegt oder wer und was inspiriert mich?

Meine Inspirationen sind meine selbst erlebten Erfahrungen und in erster Linie die Gespräche & der Austausch mit meinen Freundinnen und all den Menschen, denen ich begegne.

Ich liebe es Menschen mit allen Sinnen zuzuhören und hinter die Kulisse zu schauen. Was bewegt diese unterschiedlichen Seelen auf unserem Planeten, wie denken sie und wie handeln sie daraus?

Jeder hat seinen eigenen Rucksack, ob klein, ob groß, ob komplett gefüllt oder halbvoll… und genau dies sollte jedem von uns in jedem Gespräch, in jeder Kommunikation, egal auf welcher Ebene sie stattfindet, bewusst sein. Unsere Reaktionen auf etwas sind reine Emotionen aus erlebtem und aus unserer aktuellen Stimmung.

 

Seit Anfang September lebe ich nun wieder in meiner Wahlheimat und Herzensstadt Hamburg, die ich 2016 der Liebe wegen verlassen hatte um damals in meine Heimat Heinsberg (zwischen Mönchengladbach und Aachen, tiefstes Dorf) zurückzukehren. Die Liebe zu diesem Mann, von der ich absolut überzeugt war, in der ich und auch damals wir, gemeinsame Pläne hatten, hat nicht gehalten, was jedoch gehalten hat ist die Liebe zu Hamburg.

 

Zwischenzeitlich gab es die ein oder andere Männerbekanntschaft. Aber nichts so spannendes, um es hier zu erwähnen. Oder ich sag es mal anders, keiner von ihnen hat es verdient, hier auch nur annähernd erwähnt zu werden.  

ABER: an alle Ü30 Single Ladies… geht es den  meisten von uns nicht ähnlich und wir wollen einfach an der so kleinsten Begegnung  eines potentiellen Partners, festhalten? Wollen wir alle nicht einfach geliebt werden und unsere eigene Liebe weitergeben? Mir geht es zumindest so und ich bin überglücklich, das ich mittlerweile über genau diese Dinge sprechen kann, was ich mich jahrelang nicht getraut habe. Das heißt nicht, dass es mir jetzt immer leicht fällt. Doch ich merke, dass es mir gut tut drüber zu schreiben und/ oder darüber zu sprechen und meine Mitmenschen wissen zu lassen, warum ich gerade so reagiere wie ich reagiere. Aber selbst heute noch gibt es Situationen, in denen ich nicht sofort reagiere, in denen ich nicht gleich meinen Unmut kundtue. Manchmal brauche ich Zeit um über etwas nachzudenken, zu spüren was genau es gerade mit mir macht. Manchmal „zerdenke“ ich auch die Dinge und dann ist das vermeintliche Problem größer als in der Realität. Dieses Problem findet nämlich in den meisten Fällen nur in mir selbst statt. Lange Rede, gar kein Sinn: seien wir mutiger, sprechen wir einfach drüber und schon ist das Ding gelöst.

 

Dies ist auch mit ein Grund dieses Blogs, ein Appell an alle Menschen die sich davor fürchten, Dinge auszusprechen. Die sich davor fürchten, mit den eigenen Gedanken, mit den eigenen Gefühlen, mit dem was in einem selbst vorgeht, andere Menschen in die Enge zu treiben und sich deswegen zurückziehen und seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr ärgere ich mich über mich selbst, dass ich genau das gemacht habe. Das ich aus Angst nicht geredet habe, aus Angst jemanden zu verlieren.

 

Nun bin ich an einem Punkt, an dem ich folgendes vertrete: Wenn meine Ängste & Gefühle die ich ausspreche, bei meinem Partner/ meiner Partnerin oder bei Freunden abgeblockt oder nicht wahrgenommen werden, dann ist es doch ein Mensch, der meine Aufmerksamkeit gar nicht verdient hat. Ein Mensch, der mich auf meiner Reise nicht weiter begleiten wird. Es ist meistens in der Umsetzung etwas schwieriger als es sich gerade runterschreiben lässt, doch langfristig ist es das Beste für uns selbst. Lasst uns aus dieser gemeinsamen Reise, ob kurz, ob lang, ob tiefgründig oder oberflächlich das mitnehmen, was es uns lehrt…  denn wenn ich etwas auf meiner Reise durch Indien gelernt habe (was sehr viel ist, aber dieses ganz besonders): „EVERYTHING HAPPENS FOR A REASON.“  Jede Begegnung, jeder Moment, jede Situation passiert aus einem bestimmten Grund. Sie soll uns etwas lehren.

 

Es vergeht kaum ein Moment, aus dem ich nicht versuche zu lernen. Vor allem was die Männerwelt betrifft. Diese ganzen Situationen, die mich sooo viel Kraft und Energie gekostet haben, nun anders zu gestalten. Besser zu machen. Ich setze mich damit oftmals selber unter Druck, ich will alles richtig machen, alles was ich vorher „falsch“ gemacht habe. Und mit falsch meine ich, das Gefühl welches ich mir selbst vermittelt habe und mir vermittelt wurde.

 

Kleiner Sprung zu einer Situation, aus den vergangenen Tagen. Diese hat mich wieder einiges gelehrt und sie hat mich letztendlich angespornt, genau jetzt hier zu sitzen und zu schreiben.

Ich saß abends nach Feierabend an der Alster, habe Musik gehört und dabei einen Wein genossen. Mir gingen gerade viele Gedanken durch den Kopf, Gedanken zu meiner Entdeckungsreise. Unsicherheit, die mich jetzt und in diesem Moment einholt. Angst, erneut viel Kraft in etwas zu investieren ohne die Garantie zu haben ob es funktioniert. Soooo und nun mal ganz ehrlich, wer bitte kann uns irgendeine Garantie für irgendetwas geben?

Ich bin zuerst mal enttäuscht, als er mir sagte es gibt keine Garantie.

Hab ich denn überhaupt das Recht dazu, dies zu erwarten? NO WAY, Leute. Denn es gibt sie einfach nicht. Natürlich kann ICH genau so wenig eine Garantie für irgendetwas geben. Wie kommen wir Menschen bloß manchmal auf so etwas blödes?

 

Naja, und somit waren an diesem Abend, als ich mit meinem Wein an der Alster saß, im geballten Zustand alle Aussagen von meiner Entdeckungsreise, die mich irgendwann mal verunsichert haben, präsent. Also saß ich da alleine… alleine mit Wein… und meinen nervigen Gedanken. Da wir Frauen uns ja gern selbst Schmerz zufügen, um so richtig in Selbstmitleid zu zerfließen, durfte natürlich herzzerreißende Liebesmusik in meinen Ohren nicht fehlen (ich lache gerade übrigens derbe über mich selbst und ich hoffe ihr habt von der ganzen Situation so in etwa ein Bild vor Augen).

 

Dann kam ein Anruf von meiner lieben Freundin. Wir hatten uns vorab schon per WhatsApp ausgetauscht und da konnte ich bereits raus hören, sie ist gerade wohl auch im „Struggle“.

Wir tauschten uns aus über das, was uns gerade bewegt. In dem Gespräch und den Nachrichten ging es um… tadaaaa: Männer. Wie soll es auch anders sein… zwei ewige Singles, mit ähnlichen und doch so unterschiedlich gepackten Rucksäcken. Wir können einander verstehen. Nachvollziehen.

 

Die Dinge die wir am Telefon bequatschten waren verschieden. Sie, die aus Angst vor Enttäuschung jemanden zurückgewiesen hat bevor sie zu viele Gefühle aufbaut (ihre Entscheidung hat sie im Übrigen schnell revidiert und es scheint so, als ob sie ihre Reisebegleitung doch noch ein Stück weiter mit auf ihre Reise nimmt) und ich diejenige, die genauso auch Angst vor Zurückweisung hat, nur äußern wir beide es auf unterschiedliche Weise. Sie ist absolut rigoros, strikt in ihrer Entscheidung und ich ziehe mich eher zurück und verschließe mich. Vielleicht ist genau diese Kombination aus uns beiden ganz gut. Jeder kann dem anderen ein Stück von sich preisgeben und lernen.

Es tat gut mit ihr zu reden. Es tat einfach gut und das Gespräch, vor allem ihre eigene Geschichte, ermutigte mich zu einem Schritt. Ich musste mich meiner Reisebegleitung öffnen. Sagen, was mich verunsichert. Okay, ich hab es nicht gesagt. Ich habe es geschrieben. Der Beginn meiner Nachricht war: „Ich weiß, es gibt keine Garantie für irgendetwas im Leben.“

 

Bitte nehmt mir nicht übel, dass ich diese Nachricht hier nicht veröffentliche. Meine Überlegung war da und ich habe bereits angefangen diese abzutippen… doch einen gewissen Teil einer so persönlichen Herzenssache möchte ich doch gern bewahren. Ich sage so viel: ich habe mich absolut offenbart. Ich habe noch nie so offen und ehrlich über das gesprochen, was mich bewegt.

 

Während des Schreibens der Nachricht, kullern mir Tränen über die Wange. Ich habe Angst vor der Reaktion. Kann er damit umgehen? Ist er überfordert? Tut er das, wovor ich am meisten Angst habe?

… Abgeschickt. Danach habe ich die Nachricht an meine Freundin weitergeleitet (man beachte: DANACH habe ich sie weitergeleitet, denn ich war absolut überzeugt & sicher in dem was ich dort schreibe und ungelogen, was ich mir währenddessen immer gesagt habe: wenn er überfordert ist, damit nicht umgehen kann, dann ist er es nicht. Dann wird diese, bis dato so wundervolle Entdeckungsreise hier enden und ich setze ihn sofort in den nächsten Flieger & lasse ihn davon düsen (da ist sie, meine strikte Seite).

 

Meine Freundin reagiert sofort auf die weitergeleitete Nachricht.

Hat Tränen in den Augen (das sagt sie nicht mal eben so).

Ist emotional gerührt (das ist sie nicht mal eben so).

Und sie schreibt: „vielleicht öffnet mir das auch mal die Augen & mein Herz.“ 

ICH weine. Jetzt bin ich emotional total überladen.

 

Eine Antwort kommt von IHM… 1 STUNDE später. Girls, ihr wisst was es heißt 1 Stunde auf eine Antwort zu warten (im Nachhinein betrachtet finde ich es witzig).

Ich habe die Antwort gelesen… habe das Gefühl, ich bin nicht schlauer als vorher… meine Gedanken fangen wieder an zu kreisen. Es nervt.

Ich leite die Antwort weiter an meine Freundin. Sie muss wieder weinen. Sagt, sie hat noch nie so etwas Ehrliches und Herzergreifendes von einem Mann gelesen (außer er sei Schriftsteller oder Songwriter). „das wäre wohl geklärt zwischen euch – genieße es einfach und lass deine Gedanken mal vorbeiziehen.“

 

Für Sie war die Nachricht sofort eindeutig. Für mich nicht.

Was ich tue. Ich genieße. (und praktiziere Yoga).

 

Wir reisen weiter.

Sitzen im gleichen Flieger.

 

 

 

Nachklang:

Teile deine Gedanken. Deine Gefühle. Lass deine Herzensmenschen in deine Seele blicken.

Lasst uns mehr reden. Schreiben. Uns austauschen. Austausch verbindet. Lässt uns wachsen.

Weil wir einfach alle von jedem lernen können.

 

Es gibt keine Garantie für irgendetwas im Leben...

wir sind Reisende auf diesem Planeten und jeden Moment können unvorhersehbare Dinge passieren. Wir können nur unser bestes geben, genießen und dafür kämpfen was unser Herz möchte.

Dadurch das du nicht weißt was dich als nächstes erwartet, solltest du nicht zu lange damit warten deine Herzenswünsche in die Tat umzusetzen.

And always remember "so if you love someone, you should let them know"

 

 

Soul up your life,

Vera

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Stephie (Sonntag, 29 September 2019 21:00)

    Wow....toll geschrieben, so ehrlich & irgendwie „leicht“ ,so dass man einfach mehr lesen möchte! .... die neue und greifbare Carrie Bradshaw ♥️

  • #2

    Micha (Montag, 07 Oktober 2019 23:27)

    Sehr mitreißend und bewegend geschrieben - toll, dass du den Mut dazu hast!! Bin stolz auf dich :-) nur weiter so!

  • #3

    Claudi (Dienstag, 15 Oktober 2019 22:49)

    Großartig zu lesen! Auch für eine Nichtsingle Lady ☺️
    Denn das sich Öffnen ist doch unser Aller Thema. Danke fürs „mitsurfen“dürfen✌�

  • #4

    Martin (Dienstag, 15 Oktober 2019 23:51)

    Wundervoll! Zumindest hast du über Ihn einen Eintrag verfasst. Es lohnt sich daher vielleicht mit ihm weiterzureisen... So lange dich jemand bewegt kommst du/ ihr doch voran!?